Neurophysiologische Entwicklungsförderung

Der Behandlungsansatz des INPP/Chester

Das in Chester / England ansässige Institut für Neuro-Physiologische Psychologie (INPP®) unter Leitung von Dr. Peter Blythe und Sally Goddard Blythe hat in langjähriger Forschungsarbeit herausgefunden, dass bei einem hohen Prozentsatz von Kindern mit guter Intelligenz, die jdoch spezifische Lern-, Verhaltens- und Bewegungsprobleme haben, die durch bisherige Bemühungen und / oder herkömmliche Therapieprogramme nicht behoben werden konnten, noch eine Reihe von Restreaktionen primitiver (frühkindlicher) Reflexe fortbestehen.

Jedes Kind wird mit frühkindlichen Reflexen ("Überlebensreflexe" genannt) geboren. Mit dem Fortschreiten der Gehirnreifung und der damit verbundenen Entwicklung der Willkürmotorik müssen diese ersten Reflexe, die bis dahin die kindliche Entwicklung vorangetrieben haben, gehemmt oder in sogenannte Haltungsreflexe transformiert werden. Diese ermöglichen es dem Kind, sich nach einer Phase gründlicher Einübung im Laufe des ersten Lebensjahres in allen nur erdenklichen Bewegungsmustern und Körperpositionen mühelos und ohne darüber nachzudenken zu bewegen. Läuft dieser Entwicklungsprozess aufgrund prä-, peri- oder postnataler Störungen nicht "nach Plan" ab, können einige der primitiven Reflexe "aktiv" bleiben und die nachfolgende Entwicklung der Bewegung, der Augenmuskelmotorik, der Augen-Handkoordination, der Lateralisierung (äußert sich in der Eindeutigkeit von Rechts- oder Linkshändigkeit spätestens im Alter von 7 Jahren) und der Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigen. Ein solches Kind kann bei der Ausführung alltäglicher Aufgaben nicht sein volles Potential entfalten. Zu den eigentlichen Problemen gesellen sich dann häufig Verhaltensprobleme wie Hyperaktivität und Ängste.

Das vom INPP in Chester entwickelten Diagnose- und Behandlungsinstrumentarium bietet die Möglichkeit, hinter vielen Lern-, Verhaltens-, Bewegungs- und Wahrnehmungsproblem bei Kindern und Jugendlichen neurophysiologische Entwicklungsverzögerungen in Gestalt persistierender frühkindlicher Reflexe zu entdecken. Sie eröffnen damit neue Chancen, diesen Kindern zu helfen, indem an den Ursachen und nicht an den Symptomen angesetzt wird.

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